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Meine politischen Grundsätze lassen sich mit dem Motto «Qualität vor Quantität» zusammen fassen. Winterthur hat hohe Standortqualitäten, sei es beim öffentlichen Verkehr, bei den naturnahen Umgebung, den verschiedensten technischen Infrastrukturen und dem Grünraum im Innern des Siedlungsgebietes. Winterthur ist mit über 100'000 Einwohnenden zwar eine Grossstadt nach schweizerischem Massstab. Umso
wertvoller sind die Standortqualitäten, welche dauernd gepflegt werden müssen. Der Übergang von einer reinen Industrie- zu einer multifunktionalen Wohn-, Dienstleistungs- und Bildungsstadt wurde gemeistert. Aber beim angepassten Ausbau der Infrastruktur sind noch viele Aufgaben zu bewältigen, wovon etliche mein Departement betreffen. Das Wachstum der Stadt muss in ökologischen Bahnen verlaufen und angepasst an
die begrenzten Ausbaumöglichkeiten der Infrastruktur sein.
1984 trat ich als Mitbegründer der Grünen Winterthur in die Öffentlichkeit, nachdem ich bereits 1980 in Winterthur die erste Demo für die Velofahrenden gemeinsam mit dem jetzigen Kantonsrat Martin Geilinger organisiert hatte. Damals war auch eine autofreie Altstadt ein hohes Ziel auf meiner politischen Agenda. Was vor rund dreissig Jahren noch wie eine Utopie erschien, hat sich heute für alle in Winterthur und
insbesondere auch für die Geschäfte in der Altstadt bewährt.
1986 wurde ich zusammen mit Marcelle Stoll und Martin Geilinger als Vertretende der grünen Partei in den Winterthurer Gemeinderat gewählt. Dieses starke Startsignal leuchtet für die Grünen bis heute weiter. Ich arbeitete während fünf Jahren in der Rechnungsprüfungskommission und bald danach während rund zehn Jahren in der parlamentarischen Planungskommission.

1991 bis 2006 arbeitete ich in den Baurekurskommissionen des Kantons Zürich und war immer wieder bestrebt, bei meinen Entscheiden einen nachhaltigen Ausgleich zwischen raum- und umweltplanerischen Belangen einerseits und den Interessen von Grundeigentümerinnen andererseits zu finden.
1998 kandidierte ich das erste Mal als Grüner für den Stadtrat von Winterthur, erzielte das absolute Mehr und somit einen Achtungserfolg, schied jedoch auf dem achten Platz als «überzählig» aus.
2003 bis 2006 vertrat ich die Grünen im Kantonsrat und widmete mich im Rahmen der Kommission «Für Staat und Gemeinden» dem Datenschutz und dem Öffentlichkeitsprinzip. Ein weiteres Anliegen während meiner Zeit im Kantonsrat war mir zudem ein nachhaltiger Hochwasserschutz. 2006 wurde ich mit einem deutlichen Resultat als erster Grüner in den Stadtrat von Winterthur gewählt. Manchmal lohnt es sich einen zweiten Anlauf zu nehmen.

Die zentralen Schwerpunkte meiner Politik sind die Umwelt und die Energieversorgung. Um jeder Bewohnerin und jedem Bewohner von Winterthur umweltfreundliches Verkehrsverhalten zu ermöglichen, ist der Ausbau des öffentlichen Verkehrs eine meiner höchsten Prioritäten. Mit gutem Beispiel pedale ich voran. Bei der Energieversorgung gilt es die erneuerbaren Energien verstärkt zu fördern: 2008 konnten die Photovoltaikanlage Ifang in der Gemeinde Zell und 2009 ein Trinkwasserkraftwerk beim Reservoir Ganzenbühl eingeweiht werden. 2011 ging die Biogasanalge Biorender im thurgauischen Münchwilen in Betrieb, an der die Stadt Winterthur gemeinsam mit Wil, Schaffhausen und St.Gallen sowie weiteren Gemeinden in der Ostschweiz beteiligt ist.
Noch gibt es sehr vielfältige Aufgaben, welche im Departement Technische Betriebe gelöst werden müssen. Das Wachstum von Winterthur wird einen weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs notwendig machen, die Liberalisierung der Energiemärkte ist nicht aufzuhalten, aber sie muss in Winterthur mit Rücksicht auf Kundschaft und Umwelt umsichtig abgefedert werden. Die Pflege unserer
Grünräume und unserer Wälder ist eine Daueraufgabe. Eine Erkenntnis aus meinen ersten vier Jahren Exekutiv-Tätigkeit war, dass das Allermeiste, das sich in Winterthur bewähren soll, durch konsequente und zugleich kontinuierliche Arbeit aufgebaut werden muss. Dies war für mich daher auch der wichtigste Grund den technischen Betrieben treu zu bleiben. Ich werde mich mit Begeisterung für Winterthur auch in den nächsten Jahren diesen anspruchsvollen Aufgaben stellen.
Für Ihr Vertrauen danke ich Ihnen herzlich! Matthias Gfeller
